Institut für Kreativitätspsychologie

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Warum begeistert Neurographik so viele Menschen?

Warum begeistert Neurographik so viele Menschen?

Ein Erklärungsversuch mit Hilfe der Bedürfnispyramide von Maslow

Immer wieder bekommen wir von Teilnehmern Feedbacks wie: „Ich bin voll infiziert!“ oder „Neurographik hat echt einen Suchtfaktor!“. Und natürlich ist es leicht, nach mehrjähriger eigener Erfahrung mit dem neurographischen Zeichnen solchen Aussagen beizupflichten und zu sagen: „Ja, genau so ist es! Mir geht es ähnlich!“ Für Außenstehende mag das allerdings befremdlich klingen. Ein Phänomen übrigens, das immer dann auftritt, wenn jemand begeistert von oder durch etwas ist und andere überhaupt nicht verstehen, wieso? 

Neurographik begeistert.

Und das lässt sich sogar anhand wissenschaftlicher Theorien belegen. Eine davon ist die Bedürfnispyramide von Maslow. Grob lässt sie sich in vier Stufen aufteilen, die wir von unten nach oben durchlaufen. Erst wenn die Bedürfnisse auf der niedrigeren Stufe befriedigt sind, werden Bedürfnisse auf der nächsten aktuell. Es ist ein einfaches Modell, das bis heute immer wieder zur Erklärung unserer Motivation und unseres Verhaltens herangezogen wird; gleichzeitig ist es komplex und umfassend. Denn mehr als die dort beschriebenen Bedürfniskategorien gibt es nicht.

Die erste Stufe sind die physischen Bedürfnisse. Dabei geht es um unsere Existenz, alles, was uns am Leben hält sowie um Sicherheit. Wer neurographisch zeichnet, ist zunächst ganz unmittelbar auf dieser körperlichen Ebene unterwegs: Indem wir zum Beispiel den ersten Algorithmus zeichnen, das Auflösen von Einschränkungen (AVE), bringen wir uns körperlich in einen Zustand der Ruhe, oftmals auch in einen Flowzustand. Wir können angesichts eines Problems während des Zeichnens plötzlich wieder durchatmen und gewinnen eine gewisse Sicherheit im Umgang mit dem Thema. Wir schaffen uns eine Perspektive, die uns sagt: „Das Leben geht weiter!“ Ein wahrhaft erhebendes Gefühl!

Auf der zweiten Stufe der Pyramide von Maslow gilt es, unsere emotionalen Bedürfnisse zu befriedigen: Als soziale Wesen wollen wir uns zugehörig zu anderen fühlen und letztlich auch anerkannt werden. Anders gesagt: Wir wollen (mindestens) eine Rolle in der Gesellschaft spielen und zwar so, dass 

die anderen Menschen uns achten und lieben. In der Neurographik findet durch den Basisalgorithmus genau dieses Bedürfnis eine besondere Berücksichtigung. Indem wir beim Zeichnen alles mit allem verbinden, schaffen wir ein Netz, das alle möglichen individuellen Aspekte mit denen unseres Umfelds verknüpft. Nichts existiert losgelöst voneinander! Und wir machen diese Erfahrung jedes mal selbst, wenn wir mit dem Stift zwischen den Ego-Fragmenten und allem, was darüber hinaus auf dem Blatt (und damit in unserer Welt) existiert, hin- und herfahren. So bestimmen wir eigene Positionen und Räume, die sinnvoll und wahrnehmbar harmonisch eingebettet sind in größere Zusammenhänge. Das zu erfahren, begeistert und beflügelt uns!

Der Mensch wäre kein Mensch, wenn er dann nicht weiter streben würde. Auf der nächsten Stufe warten nach Maslow die intellektuellen Bedürfnisse: Wir wollen Neues lernen und letztlich etwas Sinnvolles und Schönes erschaffen. Wir wollen nicht einfach nur leben, sondern schön leben. Und genau das tun wir jedes Mal, wenn wir den Stift in die Hand nehmen und neurographisch zeichnen. Wenn wir in die Rolle eines Lebensarchitekten schlüpfen und in einen kreativen Prozess eintauchen, an dessen Ende ein Gebilde steht, das wir uns zu Beginn nie hätten vorstellen können; das uns beeindruckt und mit ganz neuen Ideen überrascht. Den Prozess des Lernens könnte man übrigens abstrakt als einen Prozess der Neuroplastizität beschreiben, als immer neues Verknüpfen vorhandener Nervenzellen. Genau das geschieht während des Zeichnens ständig. Wir lernen ohne Lehrbuch, dafür schreiben wir dabei Drehbücher für Lösungen, die unser Leben schöner machen. Die uns begeistern…

Und dann kommt der höhere Sinn. Die vierte Stufe nach Maslow sind die spirituellen Bedürfnisse. Dazu zählt unser Bedürfnis, uns selbst zu verwirklichen, unser Leben so zu leben, dass wir uns sagen können: „Ja, das macht absolut Sinn!“ Die Sinnhaftigkeit ist leider in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr auf der Strecke geblieben hinter dem eher einseitig auf materiellen Wohlstand ausgerichteten Streben. Das Aufleben von esoterischen und ganzheitlich ausgerichteten Methoden und Lehren in jüngster Zeit zeugen von dem Bedürfnis der Menschen nach Spiritualität. Und die Neurographik ist hier ebenfalls präsent mit ihrem integrativen Ansatz, der es erlaubt, eine Metaposition einzunehmen und quasi von oben und im Verbund mit allen relevanten Akteuren und Faktoren auf eine (Problem-)Situation zu schauen. Was dabei besonders begeistert, sind die Geistesblitze und Erkenntnisse, die wir immer wieder haben, sobald sich die unterschiedlichsten und gegensätzlichsten Elemente auf dem Blatt miteinander verbunden haben und uns plötzlich etwas einleuchtet.

Darum begeistert Neurographik.

Und zwar auf allen Ebenen. Sie bedient alle unsere Bedürfniskategorien und ist daher unglaublich mächtig. Ein Instrument, das jedem nützt, der es für sich einzusetzen weiß!

In diesem etwa fünfzehnminütigen Video haben wir diesen Gedankengang nochmals zeichnerisch dargestellt. Viel Freude beim Ansehen!

zum Video: Warum begeistert Neurographik so viele Menschen?